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Neue Walderlebnisausstellung in Hundisburg

Ein Ufo und ein Streitfall

Es scheint, als wäre ein UFO im Wald gelandet: Ein ovales, begehbares Objekt ist Mittelpunkt und optischer Blickfang der neu gestalteten Ausstellung im Haus des Waldes auf Schloss Hundisburg. „Streitfall Wald“ lautet der Titel der Ausstellung, die vor wenigen Tagen in großem Rahmen eröffnet wurde. Trotz des provokativen Titels will die neue Ausstellung jedoch nicht spalten, sondern eher versöhnen: Der Blick auf den Wald aus der Sicht der verschiedenen Interessengruppen bildet den roten Faden. Dazu nehmen drei Hauptfiguren die Besucherinnen und Besucher „an die Hand“ und zeigen ihre Sicht auf den Wald: Während „Flora“ den ökologischen Aspekt im Blick hat, betrachtet „Waldemar“ den Forst aus der Sicht des Waldeigentümers. „Waldtraut“ hingegen verdeutlicht die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger, die den Wald als Erlebnis- und Erholungsraum betrachten.

Eine „geniale Idee“ und „einmalig für Sachsen-Anhalt“, befand Umweltministerin Dr. Claudia Dalbert bei der Eröffnung dieses Konzept. Aus einem Sonderfonds, gespeist aus dem früheren Vermögen der Partei- und Massenorganisationen der DDR, hatte ihr Haus die Ausstellung im Wert von mehr als 400.000 Euro finanziert. Lotto-Toto Sachsen-Anhalt steuerte die Finanzierung für den elektronischen Ausstellungsguide bei.

Mehr als vier Jahre dauerten die konzeptionellen Vorarbeiten und die schnelle Umsetzung in nur sechs Monaten war nunmehr auch dringend nötig: Denn auch wenn bis zum Schluss jährlich mehr als 13.000 Gäste im Haus des Waldes gezählt wurde, sah man der bisherigen Ausstellung ihr stolzes Alter, zum Ende 18 Jahre, auch deutlich an, erinnert sich Hubertus Hlawatsch, der Vorsitzende des Fördervereins Haus des Waldes e.V. „Leider ist die öffentliche Diskussion über den Wald häufig oberflächlich. Wir finden es wichtig, mehrere Betrachtungsweisen zu zeigen“, betonte Hlawatsch.

Und so ist es denn auch: Fundierte Informationen aus den drei Sichtweisen, präsentiert mit moderner multimedialer Technik prägen die Ausstellung. Zugleich lädt sie zum Mitmachen und ausprobieren ein: Zum Beispiel beim Jagdspiel oder im Dachsbau für die kleineren Besucher. Ziel ist es, dass alle Besucher ihre eigene Haltung reflektieren. Am Ende kann jeder in einer Computersimulation im Zukunftskokon seinen eigenen Wald gestalten, ihn weit über 100 Jahre entwickeln und aus der Sicht der Protagonisten bewerten lassen.

Ein vertrautes wie beliebtes Element hat es indes in die neue Ausstellungswelt geschafft, das mit Sicherheit jedem bisherigen Gast im Haus des Waldes in Erinnerung geblieben ist: Wie bisher kann man noch immer mit dem Fahrrad durch einen virtuellen Wald, dargestellt auf einem Bildschirm, strampeln. Und das ganz versöhnlich.