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Der Winter kann kommen, wir sind bereit

Die Pläne für die Räumkommandos liegen schon seit Oktober in der Schublade. 24 Namen stehen drauf, eingeteilt in zwei 12er Gruppen, die sich im Ernstfall im Wochenrhythmus abwechseln. Die Rede ist vom Winterdienst in Haldensleben.
„An normalen Tagen verrichten alle Kollegen auch ganz normalen Dienst“, erklärt Stadthof-Leiter Raik Gaudlitz. Das heißt: Straßenreinigung, Abfallbehälter leeren, Friedhofsarbeiten, Gehölz-Schnitt etc. Kündigt das Radar aber Schnee an, wendet sich das Blatt.

„In diesem Fall wird eine Winterdienst-Gruppe sofort über die Lage informiert“, so Raik Gaudlitz. „Sie muss sich dann darauf einstellen, dass sie im Schlimmsten Fall gegen 3.30 Uhr ausrücken muss.“ Nicht selten hat die Mannschaft dann eine Zehn-Stunden-Schicht vor sich. Das Alltagsgeschäft ist dann Aufgabe der anderen Gruppe.
Entscheidend bei der Koordination des Winterdienstes ist die Rolle des Einsatzleiters. Der muss anhand der Zugrichtung und Geschwindigkeit eines Niederschlagsgebietes einschätzen, ob und wann er den Startschuss gibt. „Die Arbeitszeit ist begrenzt“, sagt Raik Gaudlitz. „Darum ist es nicht sinnvoll, einen Trupp bei der ersten Schneeflocke loszuschicken. Es muss schon absehbar sein, dass es länger schneit oder dass die Fahrbahnen überfrieren.“

Insgesamt stehen dem Stadthof sechs Fahrzeuge mit Schild und Streuvorrichtung für den Winterdienst zur Verfügung – vom Mini-Traktor bis zum schweren Unimog. Damit sind sechs Mitarbeiter einer Winterdienst-Gruppe an die Fahrzeuge gebunden. Die anderen sechs bilden zwei Trupps, die hauptsächlich Gehwege vom Schnee befreien. Aber nur dort, wo die Stadt Anlieger ist.
Gestreut wird Salz oder Splitt. Davon liegen insgesamt 520 Tonnen bereit. Zusätzlich gibt es mehr als 50 Streugut-Kästen mit Splitt im Stadtgebiet. „Splitt wird eingesetzt, wenn die Temperaturen auf unter minus sechs Grad sinken. Dann ist die Tauwirkung des Salzes nicht mehr gegeben“, erklärt Raik Gaudlitz.
Eine Bitte des Stadthof-Chefs: Anwohner sollen den Schnee nicht auf die Fahrbahn fegen, sondern am Rand des Gehwegs liegen lassen.
Übrigens: Winterdienst ist laut Straßengesetz des Landes nur auf verkehrswichtigen und gefährlichen Straßen verpflichtend. Dennoch räumt der Stadthof die meisten Fahrbahnen und Gehwege so gut es geht, ausgenommen sind Bundes-, Landes- und Kreisstraßen.