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Erster Blick auf den Entwurf
für das neue Rolandkaufhaus

Es ist ein Segen für Haldenslebens Innenstadt: Das 41 Jahre alte Rolandkaufhaus wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der ehemalige.

Stolz sozialistischer Bauherren gilt heute leider nur noch als städtebaulicher Missstand. Am 23. Oktober hat der Eigentümer, die Konsum „Optimal-Kauf“ e.G., den Sieger eines Architektenwettbewerbs präsentiert und den Entwurf für das neue Rolandkaufhaus im ehemaligen Np-Markt ausgestellt.

„An dem Wettbewerb haben sich 66 Architektenbüros aus Deutschland und dem Ausland teilgenommen, zwölf davon wurden am Ende zugelassen“, sagt Martina Lüdtke, Vorstandsvorsitzende der Konsum-Gesellschaft, kurz vor der Bekanntgabe der Sieger. „Das Verfahren wurde anonym durchgeführt. Das heißt, wir wussten nicht, welche Teilnehmer sich hinter den Entwürfen verbergen.“

Für die Experten-Jury keine leichte Aufgabe, schließlich handelt es sich um eine der zentralsten Stellen der Stadt. Ziel des Wettbewerbs war es, ein modernes barrierefreies Gebäude zu entwerfen, das sich perfekt in die Umgebung einfügt.

Das Rennen machte am Ende die „MPA Müller Murr Partner Architekten mbB“ aus Dresden. Sie überzeugte u.a. durch die relativ einfache S-Form im Grundriss, die Innenhöfe und die Art des Lückenschlusses an der Magdeburger Straße und der Holzmarktstraße.

„Als Architekt ist ein Objekt mitten in einer Stadt immer ein besonderes Geschenk“, schwärmt Sieger Christian Murr. „Wir sind hocherfreut, hier eine Lösung geben zu können.“ Bemerkenswert fand Christian Murr, wie die Stadt in den Prozess mit eingebunden wurde. „Denkmalpfleger und Stadtplaner waren von Anfang an mit im Boot, das ist nicht überall üblich.“

Im kommenden Jahr soll das alte Kaufhaus abgerissen werden. Läuft alles planmäßig, soll der Neubau schon 2023 fertig sein. Nach jetzigen Plänen werden ein Supermarkt, ein Drogeriemarkt, Büros und eine Seniorentagespflege dort einziehen.

Die Ausstellung im alten NP-Markt an der Magdeburger Straße kann noch bis zum 6. November besucht werden ‑ montags bis freitags von 10 bis 11 Uhr.

So wurde zur Eröffnung des Rolandkaufhauses vor 41 Jahren berichtet

Die Planung begann in den frühen 70ern. An der Magdeburger Straße (damals Straße der DSF) sollte das neue Versorgungszentrum der Konsumgenossenschaften „Roland“ entstehen. Bei der Grundsteinlegung im November 1975 verpflichteten sich die Bauarbeiter das geplante Gebäude bis zum 30. Jahrestag der DDR (7. Oktober 1979) fertigzustellen.

Und sie haben Wort gehalten. Laut Zeitungsbericht öffnete das neue Versorgungszentrum sechs Tage vor der Frist, am 1. Oktober 1979. Untergebracht waren: ein Textilwarenhaus mit 1600 Quadratmeter Verkaufsfläche, ein Hotel mit 44 Betten, ein Restaurant und der „Rolandkeller“ mit insgesamt 320 Sitzplätzen.

Nach der Wende kam die Veränderung. Die Gaststätte schloss in den 90ern, das Kaufhaus 2001. Danach zog der NP-Markt ein, der dann Ende letzten Jahres auszog.