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Zum Gedenken an Heinrich Apel, der am 24. Mai 2020 verstarb

Artikel aus dem Stadtanzeiger vom 25. Juni 2020


Am 24. Mai 2020 ist der Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel verstorben. Vor allem in Magdeburg prägen seine Bronzeplastiken den öffentlichen Raum: Wie der Teufels- oder auch Faunbrunnen, der als zentrales Element zur Eröffnung der Leiterstraße eingeweiht wurde, der Eulenspiegelbrunnen auf dem Alten Markt, die Rathaustür oder auch die Klinken am Kloster Unser Lieben Frauen und am Dom. Nachdem er schon als Kind gerne modelliert hatte, absolvierte er von 1953 bis 1958 eine Ausbildung im Fach Bildhauerei bei Gustav Weidanz an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein. Ab 1959 wirkte er zunächst in der Denkmalpflege im Dom zu Magdeburg mit, und war als Restaurator unter anderem auch am Dom Halberstadt und an der Stiftskirche Quedlinburg tätig. Danach machte er sich als freischaffender Künstler mit einem ausgeprägten Personalstil einen Namen und war in Magdeburg lokal verankert, hatte aber auch weitreichende Kontakte im übrigen Deutschland. Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für eine Dauerausstellung für seine selbst geschaffenen und die gesammelten Werke seiner Lehrer und Kommilitonen, wurde er auf Schloss Hundisburg fündig. Die heutigen Ausstellungsräume standen seinerzeit kurz vor der Sanierung, die Nutzung war jedoch noch offen.

Für Heinrich Apel war wichtig, dass er die Ausstellung nach seinen Vorstellungen gestalten konnte. Und so kamen mit zwei Schenkungen an die Stadt Haldensleben in den Jahren 2000 und 2016 große Teile seiner Sammlung nach Schloss Hundisburg. Damit kann in den Ausstellungsräumen - die von Ende April bis Ende Oktober sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr zu besichtigen sind - mit mehr als 100 Werken die gesamte Bandbreite seines künstlerischen Schaffens abgebildet werden. Neben den Bronzeplastiken gehören dazu Grafiken und Collagen sowie Textil-, Stein- und Holzarbeiten. Eine Besonderheit, die dabei sehr anschaulich herausgearbeitet wurde, ist, dass Apel gerne auch mal ein Motiv in verschiedenen Techniken dargestellt hat. Die Stadt Haldensleben verliert einen ihrer großen Gönner, der sich mit der Schenkung selbst ein Denkmal gesetzt und damit gleichzeitig auch viel für das Schloss getan hat. „Diese bedeutende Kunstsammlung ist ein Glücksfall für die Stadt und das Schloss“, betont Dr. Harald Blanke, Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung, der Apel Ende 2018 das letzte Mal besucht hatte. Für sich selbst hat Heinrich Apel in dieser Win-Win-Situation dafür gesorgt, dass seine Sammlung auch in Zukunft die beabsichtigte Wirkung entfalten wird. Bis zuletzt hatte er an Einzelaufträgen gearbeitet. 2019 wurde er mit dem Landesverdienstkreuz des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.