Hier geht jeder für jeden freiwillig durchs Feuer ­– und das seit 135 Jahren.

Wehrleiter Frank Juhl bei seiner BegrüßungsredeRiesen-Geburtstagsparty in Haldensleben. Die Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt wurde 135 Jahre alt und feierte den Ehrentag mit Festsitzung, Parade und einem Tag der offenen Tür.
Die große Jubiläumsfeier fand am Freitag, den 31. August, im Gerätehaus an der Gerikestraße statt.
Ehrengäste wie Haldenslebens stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler, Landrat Hans Walker, der Vize-Landesbrandmeister Andreas Sulfrian und Kreisbrandmeister Kai Pluntke traten nacheinander ans Mikro, gratulierten den Kameradinnen und Kameraden und hoben dabei das beispielhafte Engagement der Retter hervor.
Zuvor hatte jedoch Wehrleiter Frank Juhl das Wort und reiste in seiner Begrüßungsrede mit den Gästen durch die Jahrhunderte. Dabei zeichnete er ein Bild von dem schon sehr frühen Interesse an Brandverhütung bzw. -bekämpfung in Haldensleben. Die erste Feuerordnung wurde z.B. schon 1613 erlassen. Allerdings dauerte es noch mehr als 200 Jahre bis 1879 eine Feuerlöschordnung folgte, mit deren Hilfe die Bildung von Freiwilligen Feuerwehren gefördert werden sollte. Weitere vier Jahre vergingen bis am 23. Juli 1883 die Neuhaldensleber Feuerwehr gegründet wurde.
„In all dieser Zeit haben viele Feuerwehrleute hier ihre Spuren hinterlassen, stets bemüht, die Wehr zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger auszubauen“, betonte Frank Juhl und wies darauf hin, dass sich daran nichts geändert hat. „Auch heute schreiben wir täglich neu Geschichte – mit Einsätzen, Diensten, oder Ausbildung.“ Die Zahl der Einsätze liegt im Durchschnitt bei 100 pro Jahr. Im letzten Jahr waren es sogar 175. Dabei gehören nicht nur Brände zum Feuerwehralltag. „Wir rücken auch zu Verkehrsunfällen mit und ohne verletzten Personen aus, beseitigen Ölspuren oder öffnen verschlossene Türen“, so der Wehrleiter.

Sabine Wendler machte auf die hervorragende Ausstattung der Haldensleber Wehr aufmerksam, nannte dabei u.a. das 2005 neu errichte Gerätehaus und die moderne Fahrzeugflotte, die mittlerweile auf neun Einsatzfahrzeuge angewachsen ist. Zudem versicherte die stellvertretende Bürgermeisterin, dass weiterhin alles getan wird, um höchstmögliche Sicherheit sowohl für die Bevölkerung als auch für die Kameraden im Einsatz zu gewährleisten.

Am darauffolgenden Sonntag färbte sich dann Haldenslebens Innenstadt rot bei einem gigantischen Festumzug mit befreundeten Wehren, bei dem auch historische Löschfahrzeuge bestaunt werden konnten. Im Anschluss daran wurde an der Gerikestraße eingeladen zum „Tag der offenen Tür“.

Sabine Wendler gratuliert dem neuen Jugendwart Steffen Linzenburg. Er löst Michael Deutschmann ab, der die Funktion aus beruflichen Gründen niederlegen musste.
Der große Umzug führte vom Stendaler Tor bis zur Gerikestraße.
Zahlreiche Feuerwehrautos fuhren bei der Geburtstagsparade durch die Innenstadt.
Der Feuerwehrverein präsentierte seine historischen Schätze