Aufbau des Klima-Schaubeets
Das Klima-Schaubeet zeigt, welche Vorteile bepflanzte Staudenflächen gegenüber Schottergärten haben. Ziel ist es, sichtbar zu machen, wie sich Pflanzenentwicklung und Pflegeaufwand je nach Bodenaufbau unterscheiden und welche positiven Wirkungen bepflanzte Flächen für Natur und Klima haben.
In zwei neu gestalteten Beeten wachsen die Staudenmischungen „Tanz der Gräser“ und „Präriemorgen“. Sie wurden im Jahr 2025 auf unterschiedlichen Bodenaufbauten angelegt. Dabei kommen verschiedene Substrate, Mulcharten und teilweise auch Pflanzenaktivkohle zum Einsatz. So lassen sich die Auswirkungen unterschiedlicher Standortbedingungen direkt miteinander vergleichen.
Wie sind die Böden aufgebaut?
Im Klima-Schaubeet werden verschiedene Bodenaufbauten miteinander verglichen. Jeder Aufbau besteht aus zwei Schichten: dem Substrat, in dem die Pflanzen wurzeln, und dem Mulch, der die Oberfläche bedeckt und den Boden schützt.
Als Substrate kommen Sand, Oberboden und Staudensubstrat zum Einsatz. Die Mulchschicht besteht je nach Variante aus Sand, Splitt oder Rindenmulch. Einige Flächen wurden zusätzlich mit Pflanzenaktivkohle ausgestattet. Das Bild zeigt die verschiedenen Versuchsflächen des Klima-Schaubeetes.
Die Materialien wurden unterschiedlich kombiniert, um verschiedene Standortbedingungen nachzubilden. So entstehen trockene und durchlässige sowie nährstoffreichere Pflanzstandorte. Dadurch lässt sich beobachten, wie sich Pflanzenentwicklung und Pflegeaufwand je nach Bodenaufbau unterscheiden.
Mehrere Flächen basieren auf Sandsubstraten. Sie unterscheiden sich unter anderem durch die verwendete Mulchschicht (Sand oder Splitt) sowie teilweise durch den Einsatz von Pflanzenaktivkohle. Besonders interessant ist die Kombination aus Sandsubstrat und Sandmulch, da sie naturnahe Bedingungen für trockenheitsverträgliche Stauden schafft. Obwohl beide Schichten aus Sand bestehen, unterscheiden sie sich in ihrer Korngröße: Im Wurzelbereich wird feinerer Sand verwendet, während die obere Sandschicht gröber ist. Da in der Mulchschicht keine Feinanteile enthalten sind, wird der kapillare Aufwärtssog des Wassers bei Trockenheit unterbrochen und so der Wasserverlust in der bepflanzten Schicht maßgeblich verringert.
Die Varianten mit Oberboden orientieren sich stärker an klassischen Gartenböden. Neben Splitt wird hier auch Rindenmulch als Mulchschicht eingesetzt. Staudensubstrate wurden speziell für Staudenpflanzungen entwickelt und im Klima-Schaubeet sowohl mit Sand- als auch mit Splittmulch kombiniert.
Die unterschiedlichen Kombinationen ermöglichen es, die Entwicklung der Pflanzen über mehrere Jahre zu beobachten und die Vor- und Nachteile der einzelnen Aufbauten miteinander zu vergleichen.
Mehr zu den Eigenschaften von Sand, Oberboden, Staudensubstrat und den Mulchvarianten erfahren Sie auf der Seite „Bodenaufbau und Pflege“.
Was ist Pflanzenaktivkohle?
Pflanzenkohle entsteht, wenn Pflanzenreste wie z.B. Gehölzschnitt unter Luftabschluss verkohlt werden. Pflanzenaktivkohle ist bereits mit Nährstoffen „aufgeladen“ und kann direkt im Boden eingesetzt werden. Durch ihre poröse Struktur und ihre große innere Oberfläche wirkt sie wie ein Schwamm: Sie kann Wasser und Nährstoffe speichern und Schadstoffe binden, d.h. die Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität des Bodens wird durch Einbringung von Pflanzenaktivkohle erhöht. Gleichzeitig bietet sie Lebensraum für Bodenorganismen und verbessert die Bodenstruktur. Im Gegensatz zu Kompost wird der Kohlenstoff von Pflanzenkohle beim Einbringen in den Boden kaum zu CO2 umgewandelt. Dadurch kann der Einsatz von Pflanzenkohle unter bestimmten Bedingungen zur CO2-Bindung beitragen und die Humusbildung unterstützen.
Weiterführende Informationen:
Umweltbundesamt: Pflanzenkohle möglichst umweltfreundlich kaufen oder herstellen
Warum wurde ein "Schottergarten" angelegt?
Der "Schottergarten" dient als direkte Vergleichsfläche. Hier wird sichtbar, was fehlt, wenn Pflanzen fehlen: Schatten, Kühlung, Wasserspeicherung und Lebensraum für Tiere. Im direkten Vergleich zeigt sich, dass sich Schotterflächen stärker aufheizen, kaum Wasser speichern und wenig Nutzen für Natur und Klima haben. Auch der Pflegeaufwand wird oft unterschätzt. Der „Schottergarten“ ist daher als Negativbeispiel angelegt und macht die Vorteile bepflanzter Flächen deutlich erlebbar. Weitere Informationen zu Schottergärten erhalten Sie auf der Seite „Warum Schottergärten problematisch sind!“