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Wenn Sie sich rechtmäßig und dauerhaft in Deutschland aufhalten und keine oder nicht ausreichende Kenntnisse der deut-schen Sprache haben (unter Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen), haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen gesetzlichen Anspruch auf Teilnahme am Integrationskurs:

  • Sie haben einen der folgenden Aufenthaltstitel:
    • als Fachkraft
    • als Forscher
    • als selbständig Tätiger
    • zum Zweck des Familiennachzugs
    • als (aus humanitären Gründen) Asylberechtigter, anerkannter Flüchtling und subsidiär Schutzberechtigter
    • als in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union langfristig Aufenthaltsberechtigter
    • als Zuwanderer mit Aufenthalt aus besonders gelagertem politischen Interesse, zum Beispiel jüdische Zuwanderer, humanitäres Aufnahmeprogramm und
  • Ihr Aufenthalt in Deutschland ist dauerhaft. Das ist dann der Fall, wenn Sie eine Aufenthaltserlaubnis von mindestens einem Jahr erhalten haben oder seit über 18 Monaten eine Aufenthaltserlaubnis besitzen,

es sei denn, Ihr Aufenthalt ist vorübergehender Natur.

Wenn Sie nicht unter die oben genannten Gruppen fallen, aber einen dauerhaften und rechtmäßigen Aufenthalt haben (zum Beispiel als EU-Bürger oder Familienangehöriger) und nicht über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen, können Sie auf Antrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zur Teilnahme am Integrationskurs zugelassen werden. Die Zulassung ist dann möglich, solange noch Kursplätze verfügbar sind.

Wenn Sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, aber nicht über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen und in besonderer Weise integrationsbedürftig sind, können Sie ebenfalls auf Antrag zur Teilnahme an einem Integrationskurs zugelassen werden.

Sie können bereits während eines laufenden Asylverfahrens zum Integrationskurs zugelassen werden, wenn Sie:

  • eine Aufenthaltsgestattung – derzeit - mit der Staatsangehörigkeit aus den Herkunftsländern Syrien, Somalia oder Eritrea besitzen, noch in keinem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union einen Asylantrag gestellt haben oder dazu verpflichtet sind,
  •  vor dem 1. August 2019 aus einem anderen Herkunftsland (jedoch nicht aus einem sicheren Herkunftsstaat) nach Deutschland eingereist sind, seit mindestens 3 Monaten eine Aufenthaltsgestattung besitzen und eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:
    • Sie sind bei der Agentur für Arbeit ausbildungssuchend, arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet oder
    • Sie sind abhängig beschäftigt oder
    • Sie befinden sich in betrieblicher Ausbildung oder
    • Sie befinden sich in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen oder der ausbildungsvorbereitenden Phase der Assistierten Ausbildung oder
    • die vorgenannten Voraussetzungen müssen nicht erfüllt werden, wenn Sie ein Kind erziehen müssen, das noch nicht in die Schule gehen muss und auch nicht anderweitige betreut werden kann (zum Beispiel in einer Kindertagesstätte)

Sie können zur Kursteilnahme ferner zugelassen werden,

  • wenn Sie eine Duldung besitzen, weil dringende humanitäre oder persönliche Gründe oder erhebliche öffentliche Interessen Ihre vorübergehende weitere Anwesenheit in Deutschland erfordern.
  • wenn Sie eine Aufenthaltserlaubnis besitzen, weil Ihre Ausreise aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen unmöglich ist und Sie unverschuldet an der Ausreise gehindert sind.


Hinweis: Eine Zulassung ist nicht möglich:

  • bei „erkennbar geringem Integrationsbedarf“
  • wenn Sie bereits über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen.
  • wenn Sie der allgemeinen Schulpflicht unterliegen
  • wenn Sie als junge Erwachsene oder junger Erwachsener eine schulische Ausbildung aufnehmen oder ihre Schullaufbahn in Deutschland fortsetzen