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Einzelhandelsgutachten für Haldensleben: Der Entwurf liegt ab sofort aus

 „Handel ist Wandel“ - die tiefgreifenden Veränderungen in der Einzelhandelslandschaft machen auch vor der Stadt Haldensleben nicht Halt. Geschäftsmodelle verändern sich, immer mehr Menschen erledigen ihre Einkäufe online und was gestern ein Renner war, kann morgen schon ein Ladenhüter sein:

Vor diesem Hintergrund war die Überarbeitung des aus dem Jahr 2004 stammenden Einzelhandelskonzeptes notwendig. Das Büro Stadt und Handel aus Leipzig legte den Entwurf für die Neufassung den Ratsgremien jetzt vor.

Die Eckdaten einer Bestandserhebung unterstreichen deutlich den Konzentrationsprozess, der im Einzelhandel stattfindet. Während sich die gesamte Verkaufsfläche aller Betriebe seit 2004 von 52.900 auf 53.800 Quadratmeter sogar leicht erhöhte, ging die Zahl der einzelnen Betriebe von 213 auf 148 zurück. Rechnerisch verfügten die Haldensleberinnen und Haldensleber 2018 über 105,5 Millionen für Einkäufe im Einzelhandel. Damit liegt die Kaufkraft immer noch unter dem Bundesdurchschnitt aber höher als im Schnitt Sachsen-Anhalts.

Nach wie vor ist Haldensleben Einkaufsmagnet für das Umland: Vor allem die Ausstattung mit Geschäften, die Nahrungs- und Genussmittel, Kosmetik, Apotheken, medizinischen Bedarf oder Pflanzen-, Garten und Baumarktsortimente führen, ist überdurchschnittlich und zieht Kunden aus dem Umland in die Stadt. Speziellere Sortimente sind hingegen eher unterdurchschnittlich vertreten - hier wirken sich die Nähe der Landeshauptstadt und der Einkaufscenter aus.

Das Konzept enthält eine Vielzahl an Anregungen und Hinweisen, wie die vorhandenen Zentren, vorrangig die Einkaufsinnenstadt weiter zu entwickeln sind. Eine Zukunftsstrategie müsse nach Ansicht der Gutachter sein, wieder einen echten Kundenmagneten am Marktplatz zu etablieren, (zu) kleine Geschäfte zu größeren Flächen zusammenzulegen und den klassischen Einzelhandel mit Dienstleistungsangeboten zu verbinden.

Neben der Bestandsaufnahme und den Hinweisen zur Weiterentwicklung stellt das Einzelhandelskonzept eine wichtige Grundlage zur Beurteilung von Neubauvorhaben dar: Hierzu  plant die Verwaltung, auf Grundlage des Konzeptes nun einen Bebauungsplan für die gesamte Stadt  zu entwickeln, der dann verbindlich festlegt, welche Betriebe sich an welcher Stelle ansiedeln oder erweitern können - dies, um die „Einkaufsinnenstadt“ sowie die Nahversorgungszentren Süplinger Berg und Althaldensleben nicht weiter zu schwächen.

Das Einzelhandelskonzept liegt  nach dem entsprechenden Stadtratsbeschluss vom 15. März bis zum 12. April im Bürgerbüro öffentlich aus.
Zusätzlich ist es HIER als Online-Ausgabe hinterlegt.

Im Juni soll es dann durch den Rat beschlossen werden.