Station 3: So liebe ich es!

Der Eisvogel

An großen stehenden oder ruhig fließenden, klaren Gewässern Europas und großen Teilen Asiens kann man den Eisvogel ganzjährig beobachten. Vor allem das Angebot an Brutwänden und Ansitzwarten für die Jagd bestimmen, neben dem Nahrungsangebot, das Vorkommen des Eisvogels. (LBV & NABU, 2008)

Trotz seines farbenprächtigen Gefieders fällt der Eisvogel in der Natur kaum auf. In seinem Lebensraum ist er im Wechsel von Licht, Schatten und Wasserspiegelungen mit seinem Federkleid bestens getarnt. Daher kann man einen ruhig sitzenden Eisvogel auch nur selten entdecken. Meistens verrät erst sein Ruf, ein hohes „tjiih“, seine Anwesenheit. (LBV & NABU, 2008)

Der Eisvogel ist mit seiner ausgefeilten Jagdtechnik optimal an seinen Lebensraum angepasst. Mit seinem Sturzflug kann er bis zu 60 cm tief ins Wasser eintauchen und innerhalb von Sekunden mit seiner Beute auftauchen. Jagd er in stillen Buchten klarer Bäche, liegt seine Trefferquote bei 100 %. Dennoch sterben jährlich im Schnitt 70 % aller erwachsenen Eisvögel und 80 % der jungen Eisvögel kommen bereits in ihrem ersten Lebensjahr ums Leben. Eine Erklärung hierfür findet sich in den wechselnden natürlichen Lebensbedingungen (Hochwasser, harte frostige Winter) sowie in Eingriffen des Menschen in unsere Gewässer (Verschmutzung, Verbauung). (LBV & NABU, 2008)

Seine meist 50 bis 90 cm lange Bruthöhle gräbt der Eisvogel mit seinem Schnabel in senkrechte oder leicht überhängende Lehm- und Sandwände. Idealerweise befinden sich diese direkt am Nahrungsgewässer. Aber auch Standorte in bis zu 2 km Entfernung kommen für den Brutplatz in Frage. (LBV & NABU, 2008)

Uferabbruch mit Eisvogelhöhle
© LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald 2010 

Der Biber

Viele denken, der Biber fällt Bäume nur, um Dämme und Burgen zu bauen. Das ist so jedoch nicht ganz richtig. Biber sind reine Pflanzenfresser und fällen vor allem Bäume, um an die saftige Rinde der jüngeren und dünneren Zweige in der Baumkrone zu kommen. Da er keinen Winterschlaf hält und somit auch im Winter etwas fressen muss, beginnt er im Herbst ein Vorratslager im Wasser anzulegen. An dieses gelangt er auch, wenn die Wasserfläche zugefroren ist. Zudem bleiben die Zweige im Wasser frisch. (GWV et al., 2011)

Einige fragen sich vielleicht warum der Biber eigentlich Dämme baut. Das tut er an den Stellen, wo der Wasserstand im Gewässer zu niedrig ist oder stark schwankt. Somit stellt er vor allem sicher, dass der Eingang zu seinem Bau unter Wasser bleibt, die Jungtiere sicher sind und im Winter keine kalte Luft durch den Eingang in seine Wohnhöhle zieht. Außerdem ist es durch den Einstau für den Biber einfacher Futterquellen zu erreichen und geerntete Äste auf dem Wasser zu transportieren. Ein Biberdamm kann übrigens so stabil sein, dass man darüber gehen könnte. (Amt der Tiroler Landesregierung et al., 2010)

Der Biber ist nach europäischem Recht in der FFH-Richtlinie gelistet. Es ist demnach verboten, ihn absichtlich zu stören, zu jagen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Der gesamte Lebensraum des Bibers ist als Fortpflanzungs- und Ruhestätte samt seiner Baue und Dämme zu schützen. Zudem darf mit dem Biber kein Handel (weder lebend noch tot) betrieben werden. (Amt der Tiroler Landesregierung et al., 2010) Auch in der Ohre ist der Biber heimisch. Seine Biberburg hat er jedoch bisher noch nicht in der Nähe des Naturerlebnispfades angelegt.

Biberburg und Damm
© Amt der Tiroler Landesregierung et al., 2010 


Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Ziel der Ende 2000 in Kraft getretenen WRRL ist der Schutz und Erhalt der Bäche, Flüsse und Seen, der Küsten- und Übergangsgewässer sowie des Grundwassers in Europa.
Mit der WRRL wurden neue Wege im Umgang mit den Gewässern Europas aufgezeigt. Dazu gehören:

  • Den Zustand von Gewässern anhand des Vorhandenseins und der Anzahl bestimmter Arten (bestimmte Fische, wirbellose Kleintiere, Algen und andere Wasserpflanzen) zu bewerten.
  • Stetige Verbesserung der Wasserqualität durch Reduzierung organischer Belastungen und Schadstoffeinträge.
  • Betrachtung kompletter Einzugsgebiete, unabhängig davon, in welcher Kommune, in welchem Kreisgebiet, Bundesland oder Staat das Gewässer liegt. Sie fordert, fachliche und organisatorische Grenzen zu überwinden, eng zusammen zu arbeiten und abzustimmen sowie gemeinsam nach Lösungen der bestehenden Probleme zu suchen.

(NLWKN et al., 2010)

Zielstellung der WRRL sind möglichst naturnahe Strukturen und das Vorkommen von wenigen Schadstoffen, so dass der für Flora und Fauna typische Lebensraum wieder hergestellt wird. Um dies umzusetzen gibt es für Sachsen-Anhalt ein Gewässerrahmenkonzept. Die darin genannten Maßnahmen gelten auch für Gewässer wie die Ohre, Teiche oder Gräben.

Die Stadt Haldensleben befindet sich übrigens im Bereich der Flussgebietsgemeinschaft Elbe. Dieses wurde anhand der natürlichen Vernetzung der in die Elbe einmündenden Fließgewässer nochmals in 5 Koordinierungsräume (=Teileinzugsgebiete) gesplittet. Die 5 Koordinierungsräume stellen die Teileinzugsgebiete für eine künftige Bewirtschaftung der Gesamtelbe dar. Diese sind

 

  • Mulde-Elbe-Schwarze Elster
  • Saale
  • Mittlere Elbe/Elde (in diesem Bereich befindet sich Haldensleben)
  • Havel
  • Tideelbe.

Die Flussgebietseinheit Elbe und die fünf deutschen Koordinierungsräume
© Quelle: FFG Elbe 

Wasserflohgedicht Nummer zwei (WERNER ROHRMOSER)

Ein Wasserfloh
im Paletot
verirrt sich
äußerst selten,
 
gewöhnlich liebt
das kleine Tier
ganz klare
Wasserwelten.
 
Da schmust es mit
dem Borstenwurm,
da jagt es
Flagellaten,
 
treibt sich mit
Rädertierchen rum,
anstatt durchs
Watt zu waten.
 
Turnt albern
durch das Nass dahin
und ärgert
Wasserwanzen,
 
und dennoch
hat es seinen Sinn
als kleiner Teil vom
Ganzen.
die Elemente
und das Licht
und Wasser,
Krug und Kranze.
 
Als Mensch muss man
das nicht verstehen,
doch sollte man es schonen;
 
denn eines wird
bestimmt nicht gehen:
so eine Welt
zu klonen.

(NAJU, 2012)

 

Quellen

NAJU-Naturschutzjugend im NABU e. V. (2012): Lebensraum Fluss, Berlin 2012

GWV Gas- und Wasserversorgung Fulda GmbH (Hrsg.); Untere Naturschutzbehörde Landkreis Fulda (Hrsg.); Dr. Schmidt, Mathias R. (2011): Unser Unbekannter Freund: Der Biber, Fulda, 3. Auflage 2011

Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Umweltschutz, Referat Naturkunde (Hrsg.); Mertz, P. - die naturwerker, Büro für Biologie und Landschaftsplanung (2010): Biber in Tirol, Innsbruck, 1. Aufl. Oktober 2010

NLWKN Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (Hrsg.); UIH Ingenieur- und Planungsbüro; Umwelt Institut Höxter; Monkenbusch, H. (2010): Wasserrahmenrichtlinie Band 6, 1. Auflage 2010

LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald; Ebel, C. (2010): Flyer Eisvogelpfad Seewald, Seewald 2010

LBV Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. & NABU-Bundesverband (2008): Der Eisvogel, Vogel des Jahres 2009, Meckenheim 2008

Flussgebietsgemeinschaft Elbe (FGG), verfügbar unter https://www.fgg-elbe.de/fgg_elbe.html, abgerufen am 01.08.2018

 

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