100 Jahre Bauhaus – Haldensleben präsentiert sich als Korrespondenzstandort

Bauhaus Flyer TitelAusgewählt dafür wurde das  Pflegerdorf der  ehemaligen Landesheilanstalt  als von der Gartenstadtidee geprägtes Ensemble. Die Stadt Haldensleben hat dazu einen Flyer erstellt, mit welchem das zusätzliche touristische Angebot beworben wird - die digitale Ausgabe öffnet sich beim Klick auf das Titelbild.

Der klassische Bauhausstil folgte dem Credo „Die Form folgt der Funktion“, was sich in den schlichten, materialsichtigen und auf das Wesentliche konzentrierten Bauten, wie den Dessauer Meisterhäusern und vielen Alltagsgegenständen dieser Epoche widerspiegelt. Parallel entwickelte sich innerhalb der „Moderne“ eine Reformbewegung in der Architektur, zu dem der Architekturstil  des „Traditionalismus“ gehört. Bei diesem kamen verschiedene  Gestaltungselemente wie Satteldächer oder Sprossenfenster zum Einsatz und das Material wurde durch farbliche Anstriche optisch aufgewertet. In diesem Kontext steht der Komplex der ehemaligen Landesheilanstalt mit Klinikbereich, Verwaltungsbauten mit einem für den Baustil typischen hohen Turm, locker gruppierte Wohnhäuser für die Patienten, ein Gesellschaftshaus, eine Kapelle mit klinikeigenem Friedhof, eine Gärtnerei sowie einen Gutshof mit Stallungen. Im Sinne der „Moderne“ und des neuen Denkens wurde hier auch der neue medizinische Ansatz „Therapie statt Verwahrung“ umgesetzt, in dem Patienten in den angeschlossenen Einrichtungen einer sinnvollen Betätigung nachgehen konnten. 

Mit dem ehemaligen Pflegerdorf wurde eine Reihenhaussiedlung geschaffen, welche in ihrer Geschlossenheit und gutem Erhaltungszustand architektonisch wie städtebaulich ein hervorragendes Denkmal darstellt. Die Reihenhaussiedlung mit parkähnlichem Umfeld kann von außen besichtigt werden. Angeboten wird dazu eine thematische Gästeführung, die in der Tourist-Information im Wobau-Bahnhofcenter gebucht werden kann, Tel: 03904 725995.

Darüber hinaus lädt Schloss Hundisburg von April bis Oktober zu einer  Präsentation von Werken des Grafikers und Bildhauers Gerhard Marcks ein. Dieser war  ein bedeutender Künstler der Moderne und Bauhausmeister der ersten Stunde. Noch zur Weltausstellung 1937 in Paris steuerte er etliche seiner gegenständlich - halb abstrakten Werke bei. Danach wurde seine Kunst von den Nationalsozialisten als entartet eingestuft. Die Sammlung Heinrich Apel auf Schloss Hundisburg enthält einen kleinen aber repräsentativen Bestand zum Schaffen von Marcks wie „Die liegende Kuh“ und etliche Grafiken.

„Die Genussfreuden der Bauhäusler“ sind Thema der Lesung mit Carmen Niebergall am 12. April im Atelier für Mode und Stil in der Bornschen Straße 18. Am 22. April widmet sich der kulturgeschichtliche Osterspaziergang des Aller-Ohre-Vereins den Infrastrukturellen Bauten der ehemaligen Landesheilanstalt. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr an der Bushaltestelle am Kreiskrankenhaus.

Auch der MDR hat unser "Kleinod der Moderne" entdeckt und einen schönen Beitrag dazu verfasst, der hier hinterlegt ist.