Klimaschutzkonzept entsteht mit Bürgerbeteiligung

Bu: Philipp Schönberger gab zu Beginn erste Analyseergebnisse bekannt.Nachdem die Stadt im Frühjahr die EnergyEffizienz GmbH aus Lampertheim mit der Erarbeitung eines Klimaschutzkonzeptes für Haldensleben beauftragt hatte, fand nun in der KulturFabrik eine öffentliche Beteiligungsveranstaltung statt. Das Konzept soll als Bestandteil des „Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes“ Empfehlungen enthalten, wie der Ausstoß von klimaschädlichen Stoffen in Haldensleben gesenkt werden kann. Dafür haben die Experten eine erste Energie- und CO2-Bilanzierung erstellt und Möglichkeiten der CO2-Minderung in Haldensleben ermittelt. Laut dem Geschäftsführer Philipp Schönberger liegt der Stromverbrauch der Stadt pro Jahr bei durchschnittlich 180.000 Megawattstunden (MWh). Das entspricht einem Ausstoß an CO2 von rund 90.000 Tonnen. Der Gasverbrauch liegt bei 250.000 MWh, was Emissionen in Höhe von ca. 63.000 Tonnen jährlich bedeutet.
Unter anderem fiel dem Untersuchungsteam auf, dass lediglich 675 MWh Wärme aus erneuerbaren Quellen stammen. Das entspricht einem Anteil am Wärmeverbrauch von lediglich 0,3 Prozent. Da
sah Philipp Schönberger definitiv Potenzial. Als weitere CO2-Minderungschancen wurden u.a. die energetische Optimierung von Gebäuden und die Steigerung der Energieeffizienz genannt ­– sowie Maßnahmen im Verkehr.
Letzteres wurde in der anschließenden Diskussionsrunde mit am intensivsten behandelt. Man müsste die Lade-Infrastruktur für E-Autos verbessert werden, hieß es. Stadt- und Kreisverwaltung sowie auch größere Unternehmen sollten Vorreiter sein bei der Umstellung der Fahrzeugflotten. Wünschenswert wäre auch die Umstellung auf E-Busse im Stadtverkehr. Auch über die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nachverkehrs nach Zahlung eines pauschalen Jahresbetrages wurde nachgedacht.
Aufbauend auf die Ergebnisse der ersten Beteiligungsveranstaltung soll bis November ein Maßnahmenkatalog für die Stadt erarbeitet werden. Zuvor soll es noch eine Abschlusspräsentation geben, die ebenfalls mit Beteiligung der Öffentlichkeit stattfinden soll.