Ausstellung: 425 Jahre Kühnesches Haus

Von li.: Ralf Zersch, Sabine Wendler, Sandra Luthe, Ginny G. von Bülow.   In Haldensleben ist es stadtbekannt – das Künesche Haus an der Hagenstraße. Für einige ist es lediglich das schicke, alte Fachwerkhaus mit dem Optiker-Geschäft im Erdgeschoss. Welche beeindruckende Geschichte sich aber hinter dem historischen Gebäude verbirgt, können Interessierte jetzt bei der Ausstellung „425 Jahre Kühnesches Haus“ im Foyer des Kreis- und Stadtarchives erfahren.

„Das Kühnesche Haus zählt zweifelsfrei zu den schönsten historischen Gebäuden in der Innenstadt“, sagte Haldenslebens stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler bei der Eröffnung der Ausstellung. Es wurde im Jahre 1592 errichtet, zu einer Zeit in der zum Beispiel William Shakespeare an seinem ersten gedruckten Werk arbeitete und in Frankreich der letzte Hugenottenkrieg tobte.

In einem Schaukasten ist auch der Kaufbeleg aus dem Jahr 1875 zu sehen.Anhand von zahlreichen alten Dokumenten, Fotos und Zeitungsartikeln wird fast lückenlos die Geschichte des Gebäudes an der Hagenstraße erzählt – welches den 30 jährigen Krieg (1618 – 1648) und auch die verheerenden Feuersbrunst im Jahr 1661 überstanden hat. Ratsmänner und auch Bürgermeister gehörten zu den Besitzern sowie Goldschmiedemeister Clemens Kühne, der das Haus 1875 kaufte und vor dem endgültigen Verfall rettete.

Den Anstoß zur Ausstellung gab Ginny G. von Bülow. Als Urenkelin von Clemens Kühne hat sie dem Archiv Unterlagen aus dem Privatbesitz der Familie Kühne überlassen. „Wir haben aus dem zur Verfügung gestellten und Die Chronik des Hauses in einer Übersicht.dem bereits im Archiv vorhandenen Material eine Auswahl zusammengestellt“, erklärt Sandra Luthe, Leiterin der des Kreis- und Stadtarchivs.

Neben Ginny G. von Bülow, die sich herzlich für die Gestaltung der Ausstellung bedankte, war auch Ralf Zersch zur Eröffnung erschienen. „Vor dem Verkauf an Clemens Kühne war das Haus mehr als 100 Jahre in unserem Familienbesitz“, sagt der Nachfahre von Theodor Zersch (damaliger Posthalter und Oeconom), der das Haus 1780 gekauft hatte.

Seit 2006 gehört dieser historische Schatz übrigens der Wobau Haldensleben. „Die hat bereits 85.000 Euro in das Gebäude investiert und plant für das kommende Jahr Arbeiten an der Fassade zur Hagenstraße“, so Sabine Wendler.