Stilles Gedenken an Kriegstote und Opfer von Gewalt

Die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler und Stadtratsvorsitzender Guido Henke führten den Trauerzug an. Gemeinsam legten sie im Anschluss den Kranz der Stadt am Gedenkstein nieder.Mit einer Kranzniederlegung wurde zum Volkstrauertag auf dem städtischen Friedhof in Haldensleben an die Opfer der beiden Weltkriege sowie der Opfer von Gewalt und Vertreibung gedacht. Die stellvertretende Bürgermeisterin begrüßte zahlreiche Gäste auf der Gedenkveranstaltung. Darunter u.a.: die stellvertretende Landrätin Iris Herzig, mehrere Stadträte, Pfarrer Matthias Simon und Vertreter der Bundeswehr vom Gefechtsübungszentrum Heer.

Am Gedenkstein, unweit der Kapelle, wurden zunächst mahnende Worte gesprochen. Dabei hob Sabine Wendler besonders die Bedeutung des Volkstrauertages hervor. Denn es gibt immer weniger Menschen, die als Zeitzeugen über die Schrecken des Zweiten Weltkrieges berichten können. „Mit jedem Jahr, mit dem wir uns der Mahnung aus nächstem Erleben nicht mehr nähern können, fällt es einerseits schwerer diese Mahnung auszusprechen und wird es andererseits wichtiger“, macht Sabine Wendler deutlich. Krieg, Vertreibung und Flucht würden viele kaum noch wahrnehmen, weil sie nicht im unmittelbaren Umfeld stattfinde.

Iris Herzig wies darauf hin, dass die Geschichte des Volkstrauertages zeige, auf welche unterschiedlichen Weisen Opfern gedacht werden könne. Diente dieser Tag nach dem Ersten Weltkrieg noch als Anlass zur Heldenverehrung, lässt heute das Streben nach Frieden viele Menschen zum Ausdruck bringen, dass Gewalt vermieden werden müsse.

Pfarrer Matthias Simon begann seine Rede mit den Fragen: Wo beginnt Krieg? Geschieht es schon im Streit? In mir selbst, wenn ich die Türen knalle? Oder bei einer Prügelei in Wut? „Oder beginnt er dort, wo Menschen ungleich werden“, fuhr der Pfarrer fort. „Wo Millionen hungern, während wenige alles haben? Wenn bei diesem Unrecht jemand aufsteht und mit Gewalt sein Recht fordert, wer hat dann angefangen?“ Nach der ebenso wichtige Frage, wie Frieden beginnen könne, sagte Matthias Simon: „Unter den Völkern kann nur Frieden werden durch Gerechtigkeit.“

Im Anschluss wurden vor dem Gedenkstein mehrere Kränze niedergelegt, musikalisch begleitet von der Feuerwehrkapelle Satuelle.