ADFC kritisiert illegales Befahren von Rad- und Wirtschaftswegen

Nadine Oelze und Lebensgefährte Kai Behrends sind gemeinsam durch die Börde getourtMit dem Rad durch die Natur – das ist umweltfreundlich und auch gesundheitsfördernd. Vorausgesetzt man kann den Trip ins Grüne genießen. Bei unliebsamen Begegnungen mit der „Motor-Fraktion“ vergeht nämlich dem einen oder anderen Radfahrer der Spaß. Besonders dort wo Räder erlaubt, Autos und Motorräder aber verboten sind – wie auf Radwanderwegen oder landwirtschaftlichen Wegen.

Genau das kritisiert jetzt Nadine Oelze, Vorsitzende des Kreisverbandes des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Sie sagt: „Diese Wege werden oft von Kraftfahrern als Abkürzungen genutzt. Dabei wird nicht nur das Verbot missachtet, sondern auch häufig noch die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten oder Radler ganz und gar angepöbelt.“

Im Bereich um Haldensleben nennt Nadine Oelze zwei Beispiele: „Den Fuß und Radweg an der Ruine Nordhusen nutzen Autofahrer gern, um direkt bis an den Steinbruchsee zu fahren, obwohl nur ca. 100 Meter entfernt ein Parkplatz existiert. Auf dem Aller-Elbe-Radweg zwischen Hillersleben und Wedringen trifft man ebenfalls vermehrt auf Kraftfahrer.“

Das Überbleibsel eines entfernten Steinbordes auf dem Aller-Elbe-RadwegBei der Stadtverwaltung ist das Problem bekannt. Jedoch sind Absperrmaßnahmen nur äußerst schwer umzusetzen. Einerseits müssen die Wege für die Fahrzeuge der Pächter und Landwirte passierbar bleiben, andererseits stellen Hindernisse aus Sicht der Oberen Verkehrsbehörde (Landesverwaltungsamt) eine Gefahr für Radfahrer dar. Auf Grund einer in diesem Zusammenhang erteilten Weisung der Aufsichtsbehörde, mussten zum Beispiel durch die Stadt installierte Poller im Bereich Nordhusen zurückgebaut werden. Andere Absperrungen in Form eines erhöhten Steinbordes auf der Fahrbahn des Aller-Elbe-Radweges wurden teilweise zerstört und aus demselben Grund nicht wiedererrichtet.

„Es wäre schon hilfreich, wenn die Polizei die Verstöße durch mehr Kontrollen eindämmen würde.“ , sagt Nadine Oelze und appelliert gleichzeitig an die Vernunft der Kraftfahrer. „Schließlich geht es hier nicht um Bagatell-Vergehen.“ Was die wenigsten wissen: Das unbefugte Befahren von land- und forstwirtschaftlichen Wegen stellt einen Verstoß nach § 37 des Landeswaldgesetzes dar und wird mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet.