Expertenteam gab wichtige Antworten zur Unternehmensnachfolge

Von links: Elisa Heinke (HWK Magdeburg), Rechtsanwalt Torsten Hallmann, Nicole Job (Wirtschaftsförderung der Stadt), Erik Stephan (IHK Magdeburg)Am 22. März war der Beratungsraum 206 im Haldensleber Rathaus angefüllt mit geballter Kompetenz. Von 9 bis 12 Uhr konnten sich hier angemeldete Interessenten ihr ganz persönliches, kostenfreies Ratgeber-Paket zum Thema Betriebsübernahme abholen – geschnürt von einem dreiköpfigen Expertenteam vom Netzwerk Unternehmensnachfolge Sachsen-Anhalt.

Ihre Namen: Elisa Heinke, betriebswirtschaftliche Beraterin der Handwerkskammer, Erik Stephan, Unternehmenscoach der Industrie- und Handelskammer und Rechtsanwalt Torsten Hallmann, Fachmann für Vertragsrecht und Vizepräsident der Rechtsanwaltskammer Sachsen-Anhalt.
Im Beisein von Nicole Job, von der Wirtschaftsförderung der Stadt, bekamen die verschiedenen Unternehmer/innen wichtige Antworten und Tipps auf Fragen, wie z.B.: Wie gebe ich meine Firma weiter? An wen? Was muss ich dabei alles beachten?

„Das Interesse war sehr groß“, beschreibt Erik Stephan den Beratertag. „Überrascht hat uns das aber nicht. Unternehmensnachfolge ist landesweit ein großes Thema. Vermutlich wegen dem Gründungsboom nach dem Mauerfall sind jetzt viele Unternehmer im Ruhestandsalter und wollen ihre Betriebe abgeben.“ Und ohne Nachfolger droht der Verlust Tausender Arbeitsplätze.

Details aus Gesprächen sind selbstverständlich tabu. „Im Allgemeinen kann man aber sagen, dass vielen der Umfang der Vorbereitung eines Führungswechsels nicht bewusst ist“, sagt Elisa Heinke. Die Experten sprechen zum Beispiel von einer Vorbereitungszeit von etwa drei bis fünf Jahren – abhängig davon, ob die Firma an ein Familienmitglied, einen Mitarbeiter oder an einen externen Käufer übergeben wird. Ein Meer an Fragen ist zu klären: Was ist meine Firma tatsächlich noch Wert? Akzeptiert der Nachfolger meine Vorstellungen, spielt die Bank da überhaupt mit? Wer entscheidet, wenn ich plötzlich einen Unfall habe? Ich könnte meine Firma auch verschenken – aber wie ist das mit der Schenkungssteuer?

„Da reicht es nicht aus, eben mal schnell einen Vertrag zu machen“, ergänzt Rechtsanwalt Hallmann. „Jede Geschäftsübergabe ist ein Einzelfall, muss konkret auf die handelnden Personen abgestimmt sein. Z.B. geht das was im Gesellschaftsvertrag steht, der erbrechtlichen Regelung vor – das ist auch vielen nicht klar.“ Darum empfiehlt der Jurist: Nach Möglichkeit, Hände weg von Musterverträgen.


Bei Fragen zu Finanzierungen von Betriebsübernahmen helfen und beraten übrigens auch die Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt oder die Investitionsbank Sachsen-Anhalt.

Weitere Informationen und Ansprechpartner finden sie auf folgenden Internetseiten:

www.hwk-magdeburg.de

www.magdeburg.ihk.de

www.hallmann-guerke.de

www.bb-mbg.de

www.ib-sachsen-anhalt.de