Kein Weihnachtsfrieden in Haldensleben?

Eine kleine, mit einem Augenzwinkern versehene Anmerkung aus dem Rathaus.

 

JH_Lage_RathausAutsch, das hat gesessen. „In (…) Haldensleben wird es in diesem Jahr keinen Weihnachtsfrieden geben.“ So stand es jedenfalls in einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur und sorgte im Rathaus für Gesprächsstoff.

Natürlich hatte die Aussage einen klaren Bezug. Thema war der sogenannte Weihnachtsfrieden für Falschparker und andere Verkehrssünder.

Wie bitte? Sie verstehen nicht?

 

Zur Erklärung: Einige Gemeinden verschicken kurz vor Heiligabend keine Verwarnungen bzw. Bußgeldbescheide mehr – holen das aber nach dem Fest nach.
Haldensleben praktiziert das nicht. Ebenso auch andere Städte wie z.B. Quedlinburg, Wittenberg und Dessau-Roßlau.

Ziemlich viel Nicht-Weihnachtsfrieden.

Mal im Ernst: Kommt da wirklich ein Gefühl von Frieden auf, wenn vor dem Fest ein Strafzettel am Scheibenwischer hängt und der dazugehörige Bescheid nach dem Weihnachtsbraten im Briefkasten steckt?

Egal wie man es dreht, es erinnert irgendwie an dieses Kinderspielzeug „Jack in der Box“ - erst erklingt leise Musik und dann springt plötzlich ein Kasper aus der Schachtel.
Einleuchtender wäre da wohl das Argument: Ein Nichtverschicken von Bescheiden entlastet die Kollegen in den Rathäusern. Denn die Personaldecken sind um die Weihnachtszeit überall extrem dünn.

Aber klingt das so gut wie Weihnachtsfrieden?

Wie auch immer. Wahren Frieden empfinden Autofahrer, wenn sie nicht ständig zur Kasse gebeten werden. Und da ist Haldensleben ein Musterbeispiel. Hier gibt es seit Jahren keinen einzigen Parkschein-Automaten. Grob geschätzt stehen mehr als 400 Parkplätze zur Verfügung – alle KOSTENLOS. Bei einigen ist die Parkdauer von 8 bis 16 Uhr auf zwei Stunden begrenzt, aber Zahlungspflicht gibt es nicht.

Und das nicht nur zur Weihnachtszeit…