Stadtteilspaziergänge: Bestandsaufnahme und neue Ideen für geförderte Gebiete

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Die Wohngebiete Süplinger Berg und Rolandgebiet sowie die Altstadt und Althaldensleben sind seit einigen Jahren Fördergebiete in den Programmen "Stadtumbau (Ost)", "Soziale Stadt" und "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren". Dabei geben Bund und Land Gelder zur Umgestaltung der Gebiete. Der Süplinger Berg, Althaldensleben und das Rolandgebiet werden durch ein sogenanntes Quartiermanagement betreut. Die in zweijährigem Turnus durchgeführten Stadtteilspaziergänge dienen dabei zum einen der Bestandsaufnahme, was bisher umgesetzt werden konnte und der Aufnahme von Anregungen und Hinweisen, was als Nächstes auf die Verbesserungsliste gesetzt werden sollte. Quartiermanager Sebastian Lopitz, Vertreter aus verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung aber auch von der Polizei und der Feuerwehr suchen auf diese Weise den ganz direkten Kontakt mit den Bewohnern, um deren Probleme und Vorschläge aus erster Hand zu erfassen.

Auf dem Süplinger Berg schlossen sich am 13. Juni rund 20 Bewohner dem Rundgang an, der an der umfassend sanierten Grundschule Erich-Kästner begann. 3,6 Millionen Euro wurden hier während der mehr als zweijährigen Baumaßnahme investiert. Rund eine halbe Million davon floss in die Neugestaltung der Außenanlage, die vor Kurzem endlich eingeweiht werden konnte. In der unmittelbaren Nachbarschaft glänzt auch die Evangelische Sekundarschule, die für fünf Millionen Euro energetisch saniert worden ist. Dass Licht und Schatten sehr eng beieinander liegen, zeigte sich an der Mauer beim EDEKA: Die von Kids & Co. und einem professionellen Künstler mit Graffiti verzierte Frontseite findet guten Anklang, wogegen die Rückseite mit unschönen Schmierereien verunstaltet ist und sich dort oft Müll ansammelt. Da dies jedoch Privatgelände ist, hat die Stadt da wenig Handlungsmöglichkeiten. Das gilt auch für die angrenzende Grünfläche, für die sich Anwohner eine alternative Nutzung wünschen würden. Auch die Hundeauslaufwiese wurde von den Bewohnern als Problemzone deklariert, sie ist jedoch erforderlich, um den Leinenzwang in der Stadt aufrecht erhalten zu können. Abgebaute Spielgeräte waren hier weiterer Kritikpunkt. Diese waren jedoch nicht mehr standsicher und neue werden nun an einem anderen Standort aufgebaut - auch um Abstand zur Hundeauslaufwiese herzustellen. Durch Lärm von den Bolzplätzen bis in die späten Abendstunden fühlen sich viele Bewohner gestört. Die Vertreter von Polizei und Ordnungsamt sicherten künftig verstärkte Kontrollen zu.

2016_Süplberg (10)
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2016_Süplberg (27)
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2016_Süplberg (13)
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Althaldensleben ist seit drei Jahren im Förderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren". Der mit rund 20 Bewohnern durch den Stadtteil geführte Spaziergang am 14. Juni brachte noch viele Schwachpunkte an den Tag. Der erste offenbarte sich gleich zu Beginn auf dem Fußweg zum evangelischen Friedhof. Die fehlende Befestigung der häufig auch zu engen Gehwege in etlichen Nebenstraßen und überaltertes Pflaster werden zu Stolperfallen. Auch die bröckelnde Friedhofsmauer, aus der immer wieder Steine auf die Straße fallen, bereitet Sorgen. Deshalb bittet Pfarrer Schmiedchen auch darum, die Sanierung mit in das Förderprogramm möglichst schon für 2017 aufzunehmen. Ein Problemfall ist auch die Hinzenbergstraße: zu eng, wenn sich schon bloß zwei PKWs begegnen und gefährlich für die doch erhebliche Anzahl von Radfahrern, welche die Straße nutzen, weil Radweg und Straßenbeleuchtung fehlen und zudem der Fahrbahnrand nicht befestigt ist. Vor dem Bau der Ortsumgehung B 245n bestehen jedoch kaum Chancen hier für umfassende Verbesserung zu sorgen. Ein Lichtblick hingegen ist der Lindenplatz, wo Ende Juli die Arbeiten zur Umgestaltung beginnen werden, die insgesamt circa 1,16 Millionen Euro kosten wird. Bei der Ruine, die nach den Baumfällarbeiten sichtbar wurde, kann jedoch so schnell keine Abhilfe geschaffen werden, weil es sich hier um Privatbesitz handelt. Als zuständige Behörde werde jedoch das Bauordnungsamt des Landkreises informiert. Kurzfristige Abhilfe ist ebenfalls auch beim stark bemängelten Zustand des Dammühlenweges nicht möglich, weil hierfür noch keine kurzfristigen Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. Auch die Verkehrssituation am Penny Markt ist Anlass zu großer Besorgnis. Hier müsste dringend ein Fußgängerüberweg her. Da es sich hier aber um eine Landesstraße handelt, kann die Stadt immer wieder nur bei der Straßenbauhörde nachhaken. Eine Verkehrssituation konnte jedoch auf Anregung der Stadtteildetektive entschärft werden: Vor der katholischen Grundschule St. Hildegard wurde der Dammühlenweg als Tempo-30-Zone ausgewiesen. Bemängelt wurde von Seiten der Bewohner, dass das Oberdorf in den Stadtteilspaziergang nicht eingebunden war. Schließlich gibt es auch hier einige Probleme, wie etwa einen mit Unkraut zugewucherten Fußweg, der nicht mehr passierbar ist.

2016_Althaldensleben (1)
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Als "Klassenprimus" bei den Stadtteilspaziergängen erwies sich das Rolandviertel am 16. Juni. Der grünste Stadtteil gemessen an der Gesamtfläche von gerade mal 17,5 Hektar beherbergt auch einige Kleingärten. Zunehmendem Leerstand soll hier mit Ideen für eine alternative Gestaltung begegnet werden, ebenso sind Ideen der Anwohner für die Brachfläche an der Rottmeisterstraße gefragt. Die verkehrsreiche Gerikestraße soll im Herbst 2016 saniert werden. Sobald die geplante Ortsumgehung B245n fertiggestellt ist, wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Gerikestraße vom Bundesstraßenstatus auf Stadtstraße umgewidmet. Dann sollen Fördermittel für eine Neugestaltung, die auch eine Verkehrsberuhigung vorsehen sollte, beantragt werden. Die bereits vor zwei Jahren angeregte Aufstellung einer Ampelanlage an der Kreuzung Gerikstraße/Köhlerstraße konnte nicht umgesetzt werden, da sich die Straße eben in Zuständigkeit des Landes befindet. Kritisch wird auch die Verkehrssituation vor der Alsteinschule beurteilt, wenn hier zum Unterrichtsbeginn und -ende zu viele Autos von parkenden Eltern die Straße blockieren und sich bisweilen gefährliche Szenen ergeben. Eine Hausaufgabe zur Lösungsfindung, die sich die Stadt notiert hat. Zu einem Schmuckstück hat sich hingegen der mit Mitteln aus dem Förderprogramm "Soziale Stadt" angelegte Rolandgarten entwickelt, der auch gut angenommen wird. Die Filmabende der Lebenshilfe Ostfalen erwiesen sich als ein guter Anfang, um den Rolandgarten als Veranstaltungsort nicht nur für die Anwohner zu etablieren. Auch die Spielflächen und -geräte werden gut genutzt, erst kürzlich kam nach einer Anregung durch die Stadtteildetektive eine neues hinzu. Auch eine positive Nachwuchsbilanz kann das Rolandviertel vorweisen: Die Zahl der unter Zehnjährige stieg seit 2011 von 77 auf 111.

2016_Rolandviertel (6)
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2016_Rolandviertel (3)
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2016_Rolandviertel (8)
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